Warum scheinen immer mehr Menschen Freude daran zu haben, bestehende Ordnungen infrage zu stellen, Verachtung gegenüber Institutionen zum Ausdruck zu bringen oder gesellschaftliche Konflikte weiter anzuheizen? Warum wächst die Anziehungskraft von Provokation, Wut und destruktiven politischen Haltungen? Und warum wollen so viele Menschen die Welt brennen sehen?
Diesen Fragen widmet sich der Soziologe Oliver Nachtwey im Gespräch mit der Wissenschaftsjournalistin Eva Murašov (Tagesspiegel) im Rahmen der Karlsruher Tage der Demokratie. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „How are you, Democracy?“, die vom SOSEC-Konsortium organisiert wird und aktuelle Herausforderungen für demokratische Gesellschaften in den Mittelpunkt stellt.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist das neue Buch Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus, das Oliver Nachtwey gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin und Soziologin Carolin Amlinger verfasst hat. Darin analysieren die Autor:innen, warum einige Menschen, bestehende politische, gesellschaftliche und kulturelle Strukturen nicht zu reformieren suchen, sondern sie beschädigen oder sogar zerstören wollen. Anhand zahlreicher Beispiele zeigen sie, wie Ressentiments, Entfremdungserfahrungen und Misstrauen gegenüber Institutionen zu einer Haltung beitragen können, die demokratische Aushandlungsprozesse ablehnt und stattdessen auf Konfrontation setzt.
Gemeinsam mit Eva Murašov diskutiert Oliver Nachtwey die Ursachen dieser Entwicklung und fragt, welche Folgen sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Demokratie hat. Dabei geht es auch darum, wie demokratische Gesellschaften auf wachsende Polarisierung reagieren können und welche Wege aus der Spirale von Wut und Zerstörung denkbar sind.
Eine Veranstaltung des SOSEC-Projekts im Rahmen der Karlsruher Tage der Demokratie und der Reihe „How are you, Democracy?“.
